Holocaust im Comic

Ausstellung vom 8. Oktober bis 2. November 2012

Holocaust im ComicSach- und Geschichtscomics sind zunehmend Gegenstand der Feuilletons und akademischer Veranstaltungen, besonders wenn sie Ereignisse des Dritten Reichs und Zweiten Weltkriegs sowie des Holocaust thematisieren. Doch können Comics Zeitgeschichte ernsthaft beleuchten? Findet hier nicht eine nahezu automatische Verharmlosung allein schon durch das gewählte Medium statt?

Die Ausstellung, zusammengestellt von Ralf Palandt (Gesellschaft für Comicforschung), setzt sich anhand von Beispielen differenziert mit Holocaust-Abbildungen in Comics auseinander (Kriterien qualitativer Bewertung, antisemitische Beispiele, Exploitation etc.) und regt zur reflektierenden Lektüre an.

Das Titelmotiv, in Anlehnung an eine französische Briefmarke, spendete der Zeichner Gabriel Nemeth (www.nemethstudio.de).

 

VERNISSAGE-VORTRAG
(Ohn-)Macht und Hakenkreuz - Comics im Schatten der Zensur

Ralf Palandt
8. Oktober 2012 ab 19:00 Uhr

Im Juli 1995 beschlagnahmten Polizisten beim Alpha Comic Verlag u. a. das Ausstellungsplakat des ComicSalon Erlangen zum Comic „Maus“ und die Comic-Bände „Schrei nach Leben“, obwohl diese biographischen Holocaust-Comics zuvor mehrfach für ihre aufklärerische Leistung geehrt worden waren.
Im Vortrag illustrieren Beispiele die langjährige Zensur-Praxis im Bezug auf Comics mit den Themen Nationalsozialismus (und der visuellen Entsprechung im Hakenkreuz) und Holocaust. Macht diese Form der Zensur im internationalen und intermedialen Vergleich Sinn? Was sehen wir, selbst wenn es nicht abgebildet wird? Ziel ist es, zum Nachdenken anzuregen und sich der vorhandenen (Selbst-)Zensur bewusst zu werden.

Holocaust im Comic

FACHTAGUNG
„Kampf um die Köpfe“ - Comics von und gegen Rechts

Peter Lorenz und Ralf Palandt
09. Oktober 2012, 15:00 - 20:00 Uhr

Ein Lernziel dieses Seminars ist die Vermittlung, wie der „Kampf um die Köpfe“ seit Jahren von der rechtsextremen Szene neben dem Einsatz von RechtsRock gerade auch mittels Comics geführt wird. Dabei lernen die Teilnehmer_innen zu erkennen, wie in rechtsextremen Printmedien u. a. bekannte Comic-Figuren vereinnahmt und stereotype Feindbilder tradiert werden. Auch staatliche Institutionen und NGOs setzen Comics ein. Im Rahmen der politischen Bildungsarbeit sollen sie über Rechtsextremismus aufklären, davor warnen und demokratische Werte vermitteln.

Flyer

 

Die Ausstellung findet statt im Rahmen des Projekts

New Faces
- Mit Kultur und Medien gegen Antisemitismus.

 

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN"

BMFSFJ Toleranz fördern Kompetenz stärken