Manga und Jugendkulturen Made in Japan

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Comics und deren japanische Variante, Mangas, sind heute mehr denn je ein wichtiges Bezugssystem vor allem für Jugendliche und insbesondere Manga-Comics werden als Ausdrucksform verschiedener Jugendszenen auch in Deutschland immer populärer.

So lassen sich etwa Fans des Visual-Kei-Rock und Cosplay-Rollenspieler_innen von Mangas inspirieren und spielen in ausgefallenen Kostümen ihre Lieblingsfiguren nach. Liebhaber_innen von Animes (jap. Zeichentrickfilme) und Manga-Serien zeichnen ihre eigenen Mangas und schreiben neue Storyboards.

Bezeichnend für alle Manga-Anhänger_innen ist der sogenannte J-Style: die Nachahmung der japanischen Popkultur. Darunter versteht man z. B. auf der ästhetischen Ebene die typischen Stilelemente des Manga wie die übergroße Augen und kindlichen Gesichtszüge der Figuren.

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In Japan gibt es Mangas für alle erdenklichen Zielgruppen, die bei uns erscheinenden Hefte richten sich dagegen zumeist an Teenager und lassen sich dem Romance- oder Action/Fantasy/Science-Fiction-Genre zurechnen. In oft mehrere tausend Seiten umfassenden Seifenoperartigen Serien finden sich aber auch sensible Geschichten zu Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe oder pubertäre Identitätsfindung.

Das Archiv der Jugendkulturen widmete sich am 23. und 24. August 2008 mit der Veranstaltung „Manga und Jugendkulturen made in Japan“ diesem Phänomen. Die den Rahmen bildende „Do-it-Yourself!”-Ausstellung zeigte Werke von Berliner Manga-Künstler_innen wie Kaorie (www.mangaka.de/p/kaorie), Marie Sann (www.marie-sann.de), Lancha (http://lancha.devianart.com), Izumi (www.studio-izm.de), Miyo (www.miyowelt.com) und Marika Herzog (www.chasm-project.com).

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In den die Ausstellung begleitenden Workshops erhielten die Teilnehmer_innen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Nach einer Einführung in die Geschichte und Ursprünge der Manga-Kultur in Japan und Deutschland, zeichneten Anfänger und Fortgeschrittene – mit Hilfestellung der Workshopleiterinnen Izumi und Miyo – eigene Charaktere und Mangastrips. Außerdem führte Shiro aus Japan ihre Kursteilnehmer_innen in die Techniken des J-Graffiti ein.

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Ergänzt wurde die Veranstaltung – die in erster Linie von Archiv-Mitarbeiterin Monica Hevelke organisiert und betreut wurde – durch verschiedene Tanz- und DJ-Performances; so konnten die Besucher_innen Tatsumaki San mit Butoh- und Breakdance-Inszenierungen und die DJs Pro-Zeiko und D-Tale am 4 Turntable Set erleben.