Monika Lazar

Das Archiv der Jugendkulturen wird gebraucht!

Authentisch und ohne erhobenen Zeigefinger gelingt es dem Archiv, Jugendkulturen in ihrer ganzen Bandbreite abzubilden und vorzustellen. Wer mehr über jugendliche Kulturen erfahren möchte, findet bei dieser Informationsstelle jede Menge interessantes Material.

Die Angebote des Archivs sind vielfältig: Bibliothek, Forschung, Aufklärung, Projekttage. Ich lernte das Archiv der Jugendkulturen 2007 kennen und schätzen. Damals startete die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit diesem Projekt eine Veranstaltungsreihe an Schulen im gesamten Bundesgebiet. Für Jugendliche ist Kultur, besonders Musik, ein wichtiger Ausdruck von Lebensstil, Szenezugehörigkeit und Identität. Deshalb wollten wir mit Schülerinnen und Schülern über ihre Alltagskultur ins Gespräch kommen. Dabei bezogen wir auch LehrerInnen, Eltern, JugendarbeiteInnen sowie VertreterInnen aus Kommunen, Verbänden und Kirchen ein. Dabei gelang es uns, zusammen Schritte zu mehr Toleranz auf dem Schulhof, den Straßen und in Jugendeinrichtungen zu machen. Und dies alles – dank dem Archiv – nicht nur sachkundig und fundiert, sondern auch frisch und originell. Die TrainerInnen gaben in workshops Einblicke in verschiedene Jugendszenen, aktivierten zum Mitmachen, warben für bunte Vielfalt statt brauner Engstirnigkeit. Diese Arbeit mit den Jugendlichen war methodisch durchdacht und professionell. Gleichzeitig war deutlich zu spüren, mit wie viel Herzblut die ReferentInnen bei der Sache waren.

Müsste das Archiv der Jugendkulturen schließen, wäre dies ein riesiger Verlust an Potenzial und Knowhow. Das Gedächtnis der Jugendkulturen der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland würde ebenso verloren gehen wie all die wertvollen Impulse, die Jugendliche von dort erhalten können.

Monika Lazar
Mitglied des Deutschen Bundestages
www.monika-lazar.de

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