Prof. Dr. Melanie Groß

Das Berliner Archiv der Jugendkulturen ist einmalig in Deutschland. An keinem anderen Ort wird ein solcher Fundus an Fanzines, Zeitschriften, Fachbüchern, Diplomarbeiten zum Thema Jugendkulturen gesammelt und Interessierten zugänglich gemacht. Den Ausdrucksformen Jugendlicher wird hier ein institutioneller Ort geboten, an dem die Vielfalt, Kreativität und Komplexität jugendlicher Artikulationsweisen sichtbar wird.

Damit setzt das Archiv der Jugendkulturen wissenschaftlich, politisch und auch kulturell zentrale Perspektiven um: Wer hier in Fanzines blättert oder in ethnographisch orientierten Studien des hauseigenen Verlags recherchiert, merkt schnell, dass vereinfachende Bilder über 'die Jugend‘ schlicht nicht haltbar sind.

Besonders zeichnet das Archiv aus, dass es hier immer auch um die Einbindung von jungen Menschen in die Kulturarbeit geht, dass nicht über Jugendliche gesprochen wird, sondern mit ihnen, und dass die politische Positionierung für Vielfalt und Toleranz stets ein wichtiger Teil der Arbeit ist. Das Archiv bietet Jugendlichen und Erwachsenen eine Plattform: zum Austauschen, Forschen, Erleben und Erfahren.

Die über viele Jahre von sehr engagierten – zum großen Teil sogar ehrenamtlichen – MitarbeiterInnen entwickelten inhaltlichen Standbeine des Archiv der Jugendkulturen brauchen eine organisatorische Rahmung, die den steigenden Anforderungen gerecht werden kann und die ein stabiles Gerüst für diese hochwichtige Arbeit liefern kann. Eine unabhängige Stiftung zur Erhaltung und Sicherung jugendkultureller Deutungen, Perspektiven und Inszenierungen ist unbedingt unterstützenswert!

Prof. Dr. Melanie Groß

Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Fachhochschule Kiel
Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Sokratesplatz 22
4149 Kiel
www.fh-kiel.de

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