Barbara Budrich

Ein Archiv der Jugendkulturen – wenn man das Interview mit Klaus Farin auf der Website anschaut, dann wird sofort klar, wie wichtig diese Einrichtung ist! In unserer schnellen Zeit, in der Nachrichten im Monatsrhythmus in Vergessenheit geraten, wie fragil ist da unser Wissen um das Alltägliche!

Und, wer braucht das …? Fragen die Jugendlichen unter uns vielleicht. Dies fragen vielleicht auch auf Gewinnmaximierung und direkte wirtschaftliche Verwertbarkeit ausgerichtete Erwachsene. Und doch ist das Wissen um unsere Geschichte die einzige Basis, die wir zur Planung und Organisation unserer Zukunft haben.

Beim Archiv der Jugendkulturen kommt noch hinzu, dass es darum geht, quasi die Geschichte der jeweiligen gesellschaftlichen Zukunft nachzuzeichnen. Denn das ist die Jugendgeneration in ihrer je eigenen Epoche: Die aktuell nachwachsende Generation der Verantwortlichen, deren Jugendwerte, Jugenderkenntnisse und auch Jugendsünden, den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben.

Das Archiv der Jugendkulturen brauchen wir, um uns selbst und unsere Jugend – die aktuelle und die früherer Jahre – zu verstehen, um die Abgründe, Sprünge, Entwicklungslinien und Parallelen zu erkennen, die es zwischen Individuen, Gruppen und Generationen gibt. Denn wenn wir als Gesellschaft überhaupt ein einendes Ziel haben, dann das, uns selbst so gut zu verstehen, dass wir in der Lage sind, uns in die Situation des Anderen zu versetzen. Mit den ersten verklemmten Bravos, dem Liedgut der Wandervögel, den Insignien der Hippies oder Popper gelingt dies im Archiv der Jugendkulturen besonders anschaulich.

Lasst es uns erhalten – für unsere Kinder und die Erinnerung an unsere jugendlichen Vorfahren!

Barbara Budrich

www.budrich-verlag.de
www.budrich-unipress.de
www.text-uni.de

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