Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.

Das Archiv der Jugendkulturen in Berlin sichert seit 1998 mit überwiegend ehrenamtlichem Engagement und wenig öffentlicher Förderung die Überlieferung der Jugendkulturen. Diese wichtige Arbeit wird in keinem anderen Archiv geleistet. Der Überlebenskampf des Hauses zur Fortführung dieses Teils der Identitätsbewahrung erfährt seit einiger Zeit zu Recht große Beachtung.

Der VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivaren e.V. unterstützt das Anliegen einer dauerhaften Sicherung des Archivs der Jugendkulturen ausdrücklich.

Wir nehmen diese Situation zum Anlass darauf hinzuweisen, dass es sich bei der prekären Situation des Archivs der Jugendkulturen keineswegs um einen Einzelfall handelt. Nahezu alle Archive, die sich der Aufgabe gestellt haben, die Unterlagen der Neuen Sozialen Bewegungen zu sichern, sind in mehr oder weniger bedrohlichen Situationen. Sie archivieren seit Jahrzehnten Dokumente, Plakate, Ton- und Bildaufzeichnungen der Frauenbewegung, von Umweltschutz- und Friedensbewegung, von Bürgerrechtsbewegung und Stadtteilinitiativen oder von Dritte-Welt-Gruppen. Einige haben sich geradezu als Kompetenzzentren für diese Archivsparte profiliert. Diese Archive werden im Wesentlichen durch privates Engagement unterhalten, durch Spendensammlungen, Stiftungsgründungen oder Fundraising. Nur wenige dieser Archive werden durch einzelne Bundesländer oder Kommunen gefördert. Um diesen Archive dauerhaft zu sichern und damit kulturelle Identität für kommende Generationen zu bewahren, ist dringend eine zuverlässige und dauerhafte Förderung durch die öffentliche Hand auf kommunaler, Landes- und Bundesebene vonnöten.

Der VdA weist daher auf diese drohende Überlieferungslücke hin, die entstehen wird, wenn Bewegungsarchive wie das Archiv der Jugendkulturen in Berlin ihre Arbeit einstellen müssen. Der Verband selber hat den Kontakt seit einigen Jahren ausgebaut und wirkt z.B. durch einen Arbeitskreis für die Überlieferungen der Neuen Sozialen Bewegungen, aber auch durch Fortbildungen und Fachaustausch auf Tagungen auf eine weitere Professionalisierung dieser Archive hin. Das kann allerdings nur in Zusammenarbeit mit den zuständigen politischen Stellen und durch Bereitstellung entsprechender Mittel erfolgreich sein. Der VdA bietet den politisch Verantwortlichen Gespräche an.

VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., www.vda.archiv.net
Kontakt: Dr. Clemens Rehm

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