Freie Plätze im Culture Camp #2 im Berliner Humboldtforum 10.-14. August 2026

Nach der erfolgreichen Realisierung unseres Culture Camps #1 (siehe Rückblick hier im Newsletter) in Beauftragung von und Kooperation mit der Stiftung Humboldtforum im Berliner Schloss bei uns im Archiv der Jugendkulturen freuen wir uns, vom 10. bis 14. August 2026 Culture Camp #2 im Humboldtforum im Berliner Schloss zu realisieren. Das Camp ist eine kostenlose, fünftägige Veranstaltung für Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren gemeinsam mit unseren Referent:innen aus HipHop, Comic, Fanzines, Graffiti, Streetart, Video und Fotografie und Kurator:innen des Humboldtforums. Ergebnisse auch dieses Camps werden in eine Ausstellung zum Thema Popkultur, Coolness und kulturelle Aneignung, die ab Mai 2027 im Humboldt Forum bis Ende 2028 zu sehen sein wird, einfließen.  

Fünf Tage lang, täglich von 10h bis 16h, habt Ihr die Gelegenheit, Euch praktisch im Rap, Sampling, Writing, Zine-Making, Filmen, Interviewen und Fotografieren auszuprobieren und das Humboldtforum von einer neuen Seite kennenzulernen.

Anmeldeschluss für das Camp ist der 20.07.2026.

Mehr Informationen findet Ihr hier: https://www.humboldtforum.org/de/programm/termin/workshop/culture-camp-159905/  

Die direkte Anmeldung ist hier möglich.  

Abschluss des Projekts SPUR - Veröffentlichung der kommentierten Quellenedition und Präsentation am 11.7.2026 im Rahmen des Zineklatsch #27

Trotz der Breite der internationalen Fanzine-Sammlung des Archivs der Jugendkulturen (AdJ) finden sich kaum Fanzines aus der DDR, da der SED-Staat szeneeigene Ausdrucksformen massiv unterdrückte. Mitglieder sogenannter "negativ-dekadenter" Szenen – ob nun Punks, Skinheads oder Gothics – nutzten daher immer wieder Fanzines aus dem Westen als Sprachrohr. Später kamen Fanzines und Zeitschriften hinzu, die in der DDR in ihren finalen Jahren sowie in der Nachwendezeit entstanden sind.

In der ersten Phase des Projekts SPUR wurden rund 500 solcher "Spuren" jugend- und subkultureller Szenen aus der DDR in der archiveigenen Sammlung ausfindig gemacht, zusammengetragen und in einer Bibliografie zusammengestellt, die zusammen mit den entsprechenden Digitalisaten im AdJ für die Forschung zugänglich ist.

Die zusammengetragenen Materialien dienten in der zweiten Projektphase als Basis für die nun erscheinende, kommentierte Quellenedition. Diese spannt den Bogen von den 1970er Jahren bis hinein in die Transformationsphase nach dem Mauerfall (1989–1995) und ermöglicht erstmals einen ungefilterten Einblick in die Selbstwahrnehmung der Beteiligten. Sie schließt zudem eine wesentliche Lücke in der historischen Aufarbeitung der Jugend- und Subkulturen in der DDR. Während bisher abgesehen von versprengten Quellen aus den Archiven der DDR-Opposition vor allem die Akten des Stasi-Unterlagen-Archivs und die Forschung dominierten, rückt diese Edition die zeitgenössischen Stimmen der Akteur:innen in den Fokus. Es wird nicht nur deutlich, wie die Protagonist:innen ihre Situation damals empfanden, sondern auch, wie sie in einem repressiven System sowie in der konfliktreichen Nachwendezeit ihre eigenen Räume gestalteten.

Die kommentierte Quellenedition wird im Sommer 2026 in Print- und Digitalform veröffentlicht. Die Vorstellung der Printausgabe findet am Samstag, den 11. Juli 2026 im Rahmen des "Zineklatsch #27" in der Bibliothek des Archivs der Jugendkulturen statt. Kommt gerne vorbei, es gibt wie immer Kaffee und veganen Kuchen! Meldet Euch aber bitte vorher per Mail an bibliothek@jugendkulturen.de an. Danke!

Die digitale Version der Quellenedition erscheint auf der Publikationsplattform zdbooks (zdbooks.de).

Das Projekt SPUR wird in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) durchgeführt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Projektkurzfilm, Blog und neue Angebote bei "Digitale Labore"

Die Präsenz unseres Innovationsprojekts auf unserer Website stand-up-participate.de ist seit einiger Zeit deutlich erweitert: Ihr findet nun, neben einem Kurzfilm über das Projekt, alle im letzten und diesen Jahr konzipierten Workshop-, Vortrags—und Schulungsangebote für Jugendliche, (angehende) Lehrkräfte, Multiplikator:innen und Polizei, mehr Informationen zum Aufbau unserer pädagogischen Langzeitprogramme, spannende Blog-Beiträge (Reflexionen von Jugendlichen aus dem ersten Langzeitprogramm in Berlin mit einem Fokus auf 7. Oktober und die Folgen (Antisemitismus, Israelhass, Antimuslimischer Rassismus), einen Rap-Song gegen Antisemitismus, Comic-Ausschnitte, ein Online-Interview mit dem Kommunikationsdesigner und Schöpfer des „Falafel-Shirts“ Nikolai Dobreff, eine Debatte der Jugendlichen über Social-Media-Verbote und vieles mehr.  

Digitale Labore wird von 2025 bis Ende 2028 im Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Landesprogramm "Demokratie. Vielfalt. Respekt. Das Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus" der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung gefördert.

Fragen? Schreibt uns an contact@stand-up-participate.de

Start des zweiten pädagogischen Langzeitprogramms von "Digitale Labore" in NRW und weitere Termine

Im zweiten Förderjahr unseres Innovationsprojekts „Digitale Labore – kompetent für Resilienz gegen Hass im Netz und Desformationen“ sind wir wie geplant auch in Nordrhein-Westfalen (NRW) aktiv. Im Spätsommer starten wir unser nächstes pädagogisches Langzeitprogramm mit rund 16 Modulen und einem Themenfokus auf Online-Misogynie am Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe in Gelsenkirchen. Das Curriculum und die Module dafür sind bereits in Arbeit und warten auf ihre Realisierung im Ruhrgebiet. Wir freuen uns sehr über die Kooperation und unsere Angebote dort, an anderen Orten in NRW und bundesweit.

Unsere weiteren Termine bei „Digitale Labore“:

  • 15.-18.06.2026: Projektwoche mit Workshops zu Jugendkulturen, Medien, Hass im Netz und Desinformation an der Georg-von-Giesche-Gesamtschule in Berlin
  • 01.07.2026: Workshop Diskriminierende Sprache im HipHop, Margarethe-von-Witzleben-Schule Berlin
  • 04./05.7.2026: Workshop Jugendkulturen, Medien, Hass im Netz und Desinformation am Grips Theater Berlin
  • 15.09.2026: Jugendkulturen, Hass im Netz, Rechtsextremismus im Archiv für das Grillska Gymnasiet Västeras, Schweden
  • 18.09.2026: Vortrag und Workshop zu Jugendkulturen, Medien, Hass im Netz und Desinformation auf Fachtag des Evangelischen Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf
  • 25./26.09.2026: Workshop zu Monitoring, Archivierung und Vermittlung von digitalen Repräsentationen von Hass im Netz und Desinformation in Jugendkulturen auf der Abschlusstagung des Projekts „Fashion Far Right“ unserer Kooperationspartner:innen Prof. Elke Gaugele und Dr. Sarah Held an der Universität der Bildenden Künste Wien
  • 16.10.2026: Tag der Kulturen mit acht Workshops für Jugendliche zu Jugendkulturen, Hass im Netz und Desinformation an der Schule an der Dahme in Berlin
  • 29.10.2026: Vortrag von Gabriele Rohmann über Perspektiven von FLINTA in Jugendkulturen, Misogynie, Medien, Hass im Netz und Desinformation auf dem regionalen Mädchen*Fachtag in Fürth, Bayern
  • 11.12.2026: Schulung für Studierende der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Tanz Köln zu Jugendkulturen, Medien, Hass im Netz und Desinformation mit unserem Social Media Research Archive

Und wir haben viele weitere Anfragen für 2026 und 2027.

Digitale Labore wird von 2025 bis Ende 2028 im Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Landesprogramm "Demokratie. Vielfalt. Respekt. Das Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus" der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung gefördert.

Fragen? Schreibt uns an contact@stand-up-participate.de

Unsere Expertise in der Denkwerkstatt jugendgerecht.de mit Empfehlungen für eine partizipative Medienpolitik

Für das Archiv der Jugendkulturen hat Co-Leiterin Gabriele Rohmann an einer Denkwerkstatt der Arbeitsstelle Eigenständige Jugendpolitik der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) Berlin teilgenommen und Expertisen des Archivs für eine jugendgerechte Medienpolitik eingebracht. An der Denkwerkstatt haben namhafte Personen, Organisationen aus Wissenschaft, Forschung, Medien, Behörden und Zivilgesellschaft (u.a. GMK, SINUS, DJU, JPD) teilgenommen. Gemeinsam wurde ein Empfehlungspapier formuliert und veröffentlicht. Hier ein kleiner Auszug:

"Diese jungen Leute sind doch …"

Jugendbilder in Medien, Forschung und Politik hinterfragen:

Handlungsempfehlungen für eine partizipative Medienpolitik

Junge Menschen und ihre kulturellen Präferenzen sind in medialen Darstellungen häufig unterrepräsentiert oder auf stereotype Rollen reduziert. Pauschale sowie pauschalisierende Jugendbilder und Vorstellungen von Jugendkulturen prägen die öffentliche Wahrnehmung und verzerren die Realität junger Lebenswelten. Diese Narrative über Jugend haben reale Konsequenzen: Sie beeinflussen politische Entscheidungen, soziale Teilhabe und auch das Selbstbild junger Menschen.

Die Veränderung hin zu diverseren, realistischeren Jugendbildern und differenzierte Wahrnehmungen von Jugendkulturen in Medien ist keine rein medienpolitische Aufgabe. Sie erfordert Bündnisse über Sektorengrenzen hinweg und eine strategische Vermittlung des gesellschaftlichen Mehrwerts komplexerer Darstellungen junger Menschen.

Grundsätze der jugendgerechten Medienproduktion:

  • Beteiligung: Räume für Selbstrepräsentation schaffen & Mitgestaltung ermöglichen
  • Sichtbarkeit: Jugendinteressen im medialen Mainstream widerspiegeln
  • Medienbildung: Meinungsbildung & Medienkompetenz junger Menschen stärken

Jugendbilder diversifizieren & Jugendkulturen sichtbar machen:

  • Stigmata auflösen durch Dialog von Politik und Jugend
  • Perspektivenvielfalt in Redaktionen schaffen
  • Jugendforschung muss die Lebenswelten junger Menschen abbilden, ohne zu polarisieren

Adressat*innen für die ausführlichen Empfehlungen im Papier sind Akteure aus Politik und Verwaltung, Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Förder- und Wissenschaftsorganisationen, die Jugendforschung sowie zivilgesellschaftliche Träger und Verantwortliche im Medienbereich, darunter öffentlich-rechtliche und private Rundfunkanbieter, Medienanstalten und Plattformbetreiber, Redaktionen (einschließlich Jugendmedien), Verlage sowie journalistische Berufs- und Branchenverbände und der Presserat.

Alle relevanten Akteure müssen dafür eintreten, dass die Medienlandschaft Jugendbilder und -kulturen in ihrer Vielfalt widerspiegelt. Das ausführliche Papier der Denkwerkstatt „Jugendgerechte Medienpolitik“ bündelt verschiedene Perspektiven auf das Thema Jugendbilder, benennt relevante Handlungsoptionen und empfiehlt wirksame Instrumente, um realistische und vielfältige Jugendbilder in der Medienlandschaft, Politik und Öffentlichkeit zu befördern.

Das ausführliche Paper der Denkwerkstatt steht hier zum Download (PDF) bereit.

Informationen zur Denkwerkstatt und den mitwirkenden Organisationen finden sich online unter https://www.jugendgerecht.de/eigenstaendige-jugendpolitik/denkwerkstaetten/jugendgerechte-medienpolitik/

Unsere Wanderausstellung "Global Sounds - Jüdische Künstler:innen in Musikkulturen

Seit November 2025 haben wir eine weitere Wanderausstellung im Angebot: Mit „Global Sounds – Jüdische Künstler:innen in Musikkulturen“, eine Kooperation mit „United Sounds", einem Projekt der Berlin Music Commission (BMC), möchten wir einen Einblick in den riesigen Kosmos von Musikkulturen und -szenen geben, in welchen auch viele jüdische Künstler:innen mit spannenden Selbstverortungen, Projekten und Initiativen für Kreativität und Dialog einstehen – in der Klassik, im Klezmer und Jazz, in der New Jewish Music, im Punk, Rock, Metal, Pop, Psytrance, Rap und Pop. Damit setzen wir ein Statement gegen Ausgrenzungen und Boykotte insbesondere im Kontext des 7. Oktober und des Krieges im Nahen Osten. Die Ausstellung lädt ein zu Dialog und Sensibilisierung im Umgang mit Antisemitismus und anderen Diskriminierungen. Bisher war sie auf der MostWanted:Music-Conference der BMC in Berlin in der Kulturbrauerei und im Staatsministerium für Kultus in Dresden auf einer Fachtagung des Landesnetzwerks gegen Antisemitismus Sachsen zu sehen. Einen kleinen näheren Einblick mit noch mehr Informationen erhaltet Ihr aktuell unter https://www.berlinerratschlagfuerdemokratie.de/projekte/global-sounds-juedische-kuenstlerinnen-in-musikkulturen/uren/.

Bei Interesse an der Ausstellung könnt Ihr uns gerne jederzeit eine E-Mail an contact@stand-up-participate.de schreiben.

RÜCKBLICK I: We proudly present: Ergebnisse Culture Camp #1 7.-11. April 2026

Culture Camp #1 in Beauftragung und Kooperation der Stiftung Humboldtforum im Berliner Schloss mit insgesamt 27 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren hat vom 7. bis 11. April 2026 bei uns im Archiv der Jugendkulturen stattgefunden. Es war voll und quirlig im Archiv: Die Jugendlichen haben sich jeden Tag von 10h bis 16h im Rappen, Graffiti, Streetart, Zine-Making, Filmen und Fotografieren ausprobiert, die Sammlung des Archivs erkundet, Graffiti-/Streetart-Touren durch Kreuzberg gemacht, sich kennengelernt, vernetzt und spannende Reflexionen und Inhalte für die geplante Ausstellung des Humboldtforums über Popkultur, Coolness und kulturelle Aneignungen im Jahr 2027 beigesteuert. Entstanden sind unter anderen drei Mini-Museen und eine Wandgestaltung am Tommy-Weisbecker-Haus unter der Fragestellung „Wem gehört Graffiti?“, ein auch dazu passendes Fanzine mit dem Titel „Wanted“, ein Rap-Song, ein Dokufilm und jede Menge weitere Bild-, Video- und Audiomaterialien mit Einblicken in das Denken, kreative und mediale Schaffen junger Menschen. Ein großer Dank dafür an alle Beteiligten. Nun freuen wir uns auf unser zweites Culture Camp vom 10. bis 14. August 2026 im Humboldtforum (siehe unter Aktuelles hier im Newsletter) und auch über die aktive Mitarbeit unserer Co-Leiterin Gabriele Rohmann im Culture-Critics-Beirat zur Ausstellung.  

RÜCKBLICK II: Unsere BpB-Veranstaltungsreihe "Glaubenswelten im Brennpunkt"

Mit unserer Veranstaltungsreihe „Glaubenswelten im Brennpunkt: Jugendkulturen, Ideologie und Digitale Räume“ haben wir aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von Religion, Jugendkultur, Social Media und Demokratiebildung beleuchtet.

Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Praktiker:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen haben wir diskutiert, wie religiöse Akteure digitale Plattformen und Jugendkulturen nutzen, um Werte, Weltbilder und gesellschaftspolitische Positionen zu vermitteln. Dabei standen insbesondere die Fragen nach demokratischer Teilhabe, Medienkompetenz und der Abgrenzung gegenüber antidemokratischen und menschenfeindlichen Ideologien im Mittelpunkt.

16.04.2026 / 18h-21h

Christfluencer:innen – Religiöse Inszenierung und antidemokratische Nähe
Den Auftakt der Reihe bildete eine Veranstaltung zu Christfluencern und digitaler Glaubenskommunikation. Gemeinsam mit den Referent:innen des ersten Panels, Katharina Portmann (EZW), Jan Philipp Meli-Hahn (EZW/Forschungsprojekt REDiCON), Farina Wäcker (Archiv der Jugendkulturen/SOMERA) und Theresa Brückner (@theresaliebt/Online-Pfarrerin), haben wir analysiert, wie religiöse Inhalte auf Social Media inszeniert werden und welche Rolle Algorithmen, Ästhetik und persönliche Lebensgeschichten dabei spielen.

Diskutiert wurden sowohl die Chancen digitaler Glaubensvermittlung, als auch problematische Anschlussstellen zu antifeministischen, queerfeindlichen und antidemokratischen Narrativen. Besonders deutlich wurde, wie wichtig Medienkompetenz und politische Bildung sind, um die Dynamiken religiöser Inhalte im digitalen Raum kritisch einordnen zu können.

04.06.2026 / 18h-21h

Evangelikale Netzwerke und Fußball – Glaubensbekenntnisse oder Missionsauftrag?
Im Juni richteten wir den Blick auf den Fußball als bedeutende Jugend- und Alltagskultur. Gemeinsam mit den Referent:innen Alina Schwermer (Sportjournalistin), Felix Michaelis (Freier Journalist), Carmen Mayer ("Trauer und Fußball") und Rico Noack ("Gesellschaftsspiele e.V.") diskutierten wir die Aktivitäten evangelikaler Netzwerke im Profi-, Nachwuchs- und Amateurfußball.

Im Fokus standen die Grenzen zwischen persönlichem Glaubensbekenntnis und organisierter Missionierung sowie die Frage, welche Auswirkungen religiöse Einflussnahmen auf junge Sportler:innen haben können. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Vereine, Verbände und die politische Bildungsarbeit stärker für diese Entwicklungen sensibilisiert werden müssen.

Gemeinsam für politische und digitale Mündigkeit
Beide Veranstaltungen zeigten, wie religiöse Einflussnahme heute zunehmend über soziale Medien, Lifestyle-Inhalte und populäre Jugendkulturen vermittelt wird. Ob auf TikTok, Instagram oder im Fußballstadion – die Reihe machte sichtbar, wie eng Fragen von Identität, Zugehörigkeit, Glauben und politischer Orientierung miteinander verknüpft sein können. Durch den Austausch mit Expert:innen und dem Publikum leistete „Glaubenswelten im Brennpunkt“ einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zur Stärkung von demokratischer und digitaler Mündigkeit.

Ein herzliches Dankeschön an alle Referent:innen, die Kooperationspartner:innen („Trauer und Fußball“, „Gesellschaftsspiele e.V.“, „Fanprojekt der Sportjugend Berlin“) und alle Teilnehmenden für die spannenden Diskussionenen, vielfältigen Perspektiven und den konstruktiven Austausch.

RÜCKBLICK III: Multiplikator:innen-Fortbildungen bei "Digitale Labore"

Volles Programm bei unseren Multiplikator:innen-Fortbildungen.

In den letzten Monaten stand bei uns alles im Zeichen der digitalen Resilienz, des Demokratieschutzes und der Stärkung von Fachkräften in der pädagogischen und politischen Arbeit. Im Rahmen unseres Projekts „Digitale Labore – kompetent für Resilienz gegen Hass im Netz und Desinformation“ richtete sich unser Blick in diesem Halbjahr ganz besonders auf die intensive Arbeit mit Multiplikator:innen, Lehrkräften sowie auf unsere wichtige Kooperation mit der Polizei.

Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner:innen konnten wir in unseren Fortbildungen wichtige Impulse für die Praxis setzen und die Teilnehmenden für die Herausforderungen digitaler Lebenswelten sowie gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse wappnen.

Hier ist ein Überblick über unsere erfolgreichen Kooperationen der vergangenen Monate:

12.02.2026: In Fulda mit der Landjugend
Mitte Februar ging es für unser Projekt „Digitale Labore“ nach Hessen. Gemeinsam mit den Bundeskoordinator:innen der Deutschen Landjugend (aus Berlin, NRW, Bayern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz) haben wir uns intensiv mit Jugend-, Pop- und Subkulturen, digitalen Medien sowie Hass im Netz und Desinformation beschäftigt. Ein extrem spannender Austausch, der das Fundament für künftige bundesweite Kooperationen legt!

19.02.2026: Gegen Hass im Netz und Desinformation mit der Stiftung Unionhilfswerk
Nur wenige Tage später durften wir in Berlin eine praxisnahe Fortbildung für die Stiftung Unionhilfswerk leiten. Da Fake News und Hassrede die gesellschaftliche Teilhabe und das Vertrauen in unsere Demokratie gefährden, haben wir mit den anwesenden Multiplikator:innen die Mechanismen hinter Verschwörungserzählungen analysiert. Im Fokus stand das Erlernen von wirkungsvollen Strategien für die Prävention und die direkte Intervention im pädagogischen Alltag.

07.05.2026: Werkstatt gegen Rechtsextremismus im Frühling
Anfang Mai hieß es: „Medienkompetenz ist Demokratieschutz!“. Bei der von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" (Landeskoordination Berlin) organisierten Werkstatt durften wir das Fortbildungsangebot für Pädagog:innen und Fachkräfte mitgestalten. Unser Workshop beleuchtete Online-Misogynie als strategisches Instrument rechter Netzwerke. Wir haben analysiert, wie die sogenannte „Manosphere“ agiert und wie vermeintlich harmlose Lifestyle-Inhalte zur Normalisierung reaktionärer Weltbilder beitragen – eine wichtige Vorbereitung für die politische Bildungsarbeit im Vorfeld der anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus.

20.05.2026: Digitale Resilienz auf der AWO-Fachtagung
Den Abschluss einer ersten intensiven Reihe bildete Mitte Mai ein zweistündiger Impulsworkshop auf der bundesweiten pädagogischen Fachtagung der AWO-Freiwilligendienste in Berlin. Unter dem Tagungsmotto „Resilienz als Zukunftskompetenz“ ging es für rund 20 Fachkräfte um zeitgemäße Medien- und Informationskompetenz. Neben dem Umgang mit Fake News und Hate Speech stand vor allem der Praxis- und Methodenaustausch im Mittelpunkt, um den Pädagog:innen noch mehr Handlungssicherheit für ihre Seminarkontexte mitzugeben.

18.-21.05.2026: Jährlicher Lehrauftrag an der Hochschule der Sächsischen Polizei
Ein besonderes Highlight im Mai war unser viertägiger Lehrauftrag an der Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg, den wir einmal pro Jahr in Kooperation mit der Hochschule der Sächsischen Polizei realisieren. Unter dem Titel „100 Jahre linke soziale Bewegungen“ beleuchteten wir die Entstehung gesellschaftlicher Standards von der Weimarer Republik bis heute.

Ziel des Praxisteils war es, den angehenden Polizist:innen anhand der Analyse historischer Erfolge und aktueller Akteur:innen ein differenziertes Verständnis für die Dynamiken pluralistischer Gesellschaften zu vermitteln. Die Auseinandersetzung mit diesen ständigen Aushandlungsprozessen zwischen staatlicher Stabilität und gesellschaftlichem Fortschrittswillen bot wertvolle Impulse für eine lebendige Demokratie.

Ein großes Dankeschön an unsere Kooperationspartner:innen, die Hochschule der Sächsischen Polizei und die engagierten Multiplikator:innen für das Vertrauen, die interaktive Mitarbeit und den wertvollen Erfahrungsaustausch. Gemeinsam stärken wir die (digitale) Resilienz in der pädagogischen und gesellschaftlichen Praxis!

Digitale Labore wird von 2025 bis Ende 2028 im Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Landesprogramm "Demokratie. Vielfalt. Respekt. Das Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus" der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung gefördert.

RÜCKBLICK IV: Kurzzeitpädagogische Angebote bei "Digitale Labore" für Jugendliche

Für Jugendliche und junge Erwachsene bieten wir bei „Digitale Labore“ eine Vielzahl an Themen und Formaten an: Vorträge, Workshops, Werkstätten, Projekttage und Projektwochen, zu Jugend-, Pop- und Subkulturen, Diskriminierungen, Medien, Social Media, Hass im Netz und Desinformation.

In den vergangen Monaten konnten wir eine Vielzahl an Workshops und Angeboten realisieren:

07.05.2026: Werkstatt gegen Rechtextremismus – Rechtsextremismus online – Codes verstehen, Strategien erkennen, handeln!
Mit einem Workshopangebot für Jugendliche haben wir uns an der Werkstatt gegen Rechtsextremismus von "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" beteiligt. Im Workshop haben wir uns gemeinsam angeschaut, wie rechtextremistische Inhalte in den Sozialen Netzwerken auftauchen, welche Strategien dahinterstecken und warum sie so wirksam sind. Mit einem anschließenden Argumentationstraining konnten die Teilnehmenden Handlungsmöglichkeiten und Argumentationsstrategien im Umgang mit rechtsextremen Äußerungen erproben und austauschen. So konnten die eigene Haltung gestärkt, und der respektvolle Dialog gefördert werden – online wie offline.

27./28.05.2026: Graffititour und Graffiti Workshop mit FSJler:innen vom Arbeiter-Samariter-Bund
Ein altbewährtes Angebot sind unsere Graffititouren am Schlesischen Tor. Dort konnten sich die jungen Erwachsenen inspirieren lassen und die vielfältigen Graffiti- und Urban Art-Pieces erkunden. Am zweiten Tag konnten sie mit unserem Graffiti-Team kreativ werden und mit Stiften und Dosen selbst an die Wand gehen.

04./05.06.2026: Fotografie-Workshop an der Max-Taut-Schule
In Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum haben wir einen zweitägigen Fotografie-Workshop für eine Wilkommensklasse an der Max-Taut-Schule realisiert. Mit Kameras und professioneller Begleitung unseres Team konnten die Teilnehmenden dort ihre eigene Geschichte erzählen und erste Versuche im biografischen Erzählen mit Bildern machen.

11.06.2026: Projekttag an der Fichtenberg-Oberschule
Mit insgesamt fünf Workshops waren wir auch in diesem Jahr wieder Teil des Projekttages an unserer langjährigen Partnerschule, der Fichtenberg-Oberschule. Dieses Jahr unterstützen wir mit Angeboten wie „Benannt, bewertet, begrenzt? Sprache, Körper und Geschlecht“, „Antifeminismus und digitale Gewalt - Online-Misogynie kritisch analysieren“, „Ultras im Fußball – Leidenschaft, Politik und Konflikte im Vereinskontext“ für die Klassenstufen 9 bis 11, sowie mit „Verschwörungserzählungen im Kontext von KI – Fakten, Fake News und Manipulation erkennen“ für eine 8. Klasse.

Digitale Labore wird von 2025 bis Ende 2028 im Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Landesprogramm "Demokratie. Vielfalt. Respekt. Das Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus" der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung gefördert.

RÜCKBLICK V: Unsere Wanderausstellung "Der z/weite Blick" über Jugendkulturen und Diskriminierungen in Bayern

Unsere Wanderausstellung „Der z/weite Blick“ über Jugendkulturen und Diskriminierungen war wieder auf Tour. Vom 31. Januar war sie bis zum 31. März am Robert-Bosch-Gymnasium im bayrischen Deggendorf zu sehen. Zuvor hatten Jugendliche, Lehrer:innen und Eltern auch eine Guide-Schulung von uns erhalten. Und die Deggendorfer Zeitung hat zweimal über die Ausstellung berichtet. Parallel zu Deggendorf war „Der z/weite Blick“ im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16.3. bis 20.3. auch in München am Werner-von-Siemens Gymnasium zu Gast. Hier haben Jugendliche mit uns zusammen einen Audio Guide für die Ausstellung entwickelt, in welchem sie selbst mit eigenen Texten und Beschreibungen ihren Besucher:innen die Inhalte der Ausstellung näher bringen.

Lust, die Ausstellung zu buchen? Schreibt uns an archiv@jugendkulturen.de. Mehr Infos dazu finden sich auf der Website https://der-z-weite-blick.de. Dort kann auch nach wie vor kostenfrei der begleitende Katalog zur Ausstellung heruntergeladen werden: https://der-z-weite-blick.de/ausstellung


Ihr wollt mehr über unsere sub- und clubkulturelle Sammlung wissen? Euch interessieren Quellen aus der Techno-, Punk- oder Graffitiszene? Ihr wollt Zines lesen oder sucht Inspiration für eure eigenen Hefte? Dann meldet euch direkt bei unserem Archiv- und Bibliotheksbereich: bibliothek@jugendkulturen.de oder telefonisch unter 030 612 033 09.

Alles über Tagungen, Ausstellungen, Veranstaltungen und aktuelle Meldungen zum Thema JUGENDKULTUREN finden sich immer aktuell auf unserer Homepage https://www.jugendkulturen.de/,  Facebook-Seite www.facebook.com/jugendkulturen und Instagram https://www.instagram.com/archiv_der_jugendkulturen/.

Weitere Informationen zu unseren Bildungsprojekten gibt es hier hier: https://www.stand-up-participate.de/ und http://www.culture-on-the-road.de/startseite.html https://der-z-weite-blick.de

https://www.instagram.com/stand_up_participate/, https://www.facebook.com/standupparticipate

Herzliche Grüße

Gabriele Rohmann, Elisabeth Schweizer, Florian Völker und Farina Wäcker

P.S.: Fragen oder Anregungen? Bitte an presse@jugendkulturen.de


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